Neuer Jahrgang startet
2.600 Freiwillige entwickeln Kompetenzen von morgen
Der Freiwilligendienst bietet jungen Menschen nach der Schulzeit Orientierung und fördert zunehmend relevanter werdende Kompetenzen. Eine aktuell laufende Studie soll die Effekte erstmals wissenschaftlich darlegen.
Freiburg/Wernau – Rund 2.600 junge Menschen beginnen in diesen Wochen ihren Freiwilligendienst bei den katholischen Trägern Freiwilligendienste Caritas Baden und Freiwilligendienste DRS in Württemberg. Im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ), Bundesfreiwilligendienst (BFD) und Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) engagieren sie sich in sozialen, kirchlichen und ökologischen Einrichtungen.
Für viele ist der Freiwilligendienst mehr als ein Überbrückungsjahr: Er ist ein Lernort für die Kompetenzen von morgen. In einer Welt, die sich ständig verändert, gewinnen Fähigkeiten wie Teamarbeit, Selbstständigkeit und Anpassungsfähigkeit zunehmend an Bedeutung. Genau diese sogenannten Future Skills werden im Freiwilligendienst tagtäglich gefordert und gefördert.
Dass Freiwilligendienste wichtige Zukunftskompetenzen fördern, wird inzwischen auch wissenschaftlich untersucht. Ein aktuelles Projekt der Bertelsmann Stiftung nimmt die Entwicklung von Future Skills während eines Freiwilligen Sozialen Jahres in den Blick. Ziel des Projektes: ein wissenschaftlich klareres Bild davon zeichnen zu können, welche Kompetenzen junge Menschen während ihres FSJ/BFD erwerben und weiterentwickeln.
„Junge Menschen sammeln im Freiwilligendienst sowohl Erfahrungen für ihren Lebenslauf als auch die Fähigkeiten, Verantwortung zu übernehmen, sich auf neue Situationen einzulassen und gemeinsam Lösungen zu finden. Wir erleben bei jedem Jahrgang aufs Neue, wie dabei verschiedenste Kompetenzen wachsen“, erklärt Olivia Longin, Geschäftsführerin der Freiwilligendienste DRS gGmbH. „Umso wichtiger ist es, den Freiwilligendienst als wertvollen Lern- und Erfahrungsraum für die Befähigung junger Menschen zu sehen.“
Die Kompetenzen entstehen dabei im Zusammenspiel von praktischer Tätigkeit und Bildung: im Alltag der Einsatzstellen, in der täglichen Teamarbeit und im Kontakt mit Menschen, ebenso wie in den begleitenden Seminaren, in denen die Freiwilligen ihre Erfahrungen reflektieren und vertiefen.
„Dass wir die Kompetenzentwicklung junger Menschen im Freiwilligendienst systematisch erfassen und sichtbar machen, ist für den Nachweis der Wirksamkeit von Freiwilligendiensten von besonderer Bedeutung. Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend erarbeitet derzeit einen Gesetzentwurf für eine künftige Perspektive des Bundesfreiwilligendienstes und einen möglichen Ersatzdienst bei einer Wiedereinführung der Wehrpflicht. Diese Planungen bestärken uns in unserer Forderung nach einem Freiwilligendienste-Stärkungsgesetz, das allen Interessierten einen geförderten Platz und ein Freiwilligengeld auf BAföG-Niveau sichert“, erklärt Michael Bross, Abteilungsleiter der Freiwilligendienste beim Caritasverband für die Erzdiözese Freiburg.
Ein Freiwilligendienst beginnt in der Regel im September – aber auch ein unterjähriger Einstieg ist möglich. Beide Träger bieten daher noch freie Plätze an. Dabei reicht das Spektrum der Einsatzstellen von Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Schulen und Kindertagesstätten bis hin zur Behindertenhilfe sowie zur kirchlichen Sozial- und Jugendarbeit. Im ökologischen Freiwilligendienst engagieren sich junge Menschen zudem für den Natur-, Umwelt- und Klimaschutz.